Phänomenologische Familienaufstellungen

mit Klaus Grochowiak

Klaus Grochowiaks Ansatz der Phänomenologischen Familienaufstellungen geht auf die Systemische Familientherapie von Bert Hellinger zurück.

Bert Hellinger fand in jahrzehntelanger Arbeit Ordnungsprinzipien, die innerhalb eines Familiensystems wie Gesetzmäßigkeiten wirken. Er entdeckte, dass jedes in die Familie hineingeborene Mitglied diesen Prinzipien unbewusst und bedingungslos folgt.

Ist die Ordnung eines Systems intakt, fühlen sich die Angehörigen in Liebe verbunden und frei, das eigene Leben zu leben. Ist diese Ordnung jedoch gestört, kommt es meistens zu schicksalhaften Verwicklungen, in denen sich Familienmitglieder aus Liebe und Treue mit einem Ahnen verstricken.

Ein Beispiel für eine solche Störung der Ordnung wäre der Ausschluss eines Angehörigen aus der Familie. Jedes Familienmitglied hat ein angestammtes Recht auf Zugehörigkeit. Wird ihm dieses Recht verweigert, identifiziert sich ein Nachkomme mit dem Ausgeschlossenen und lebt Aspekte dessen Lebens nach. Eine weitere Störung der Ordnung tritt beispielsweise ein, wenn ein Ahne die Verantwortung für sein Handeln von sich wies und sich den Folgen entzog. Handelte es sich hierbei um ein schwer wiegendes Vergehen (z. B. Mord), übernimmt ein Nachfahre die nicht angenommene Verantwortung des Ahnen und sühnt stellvertretend dessen Schuld.

Hellingers Arbeit zeigt, dass schwere Schicksale und Ereignisse dieser Art häufig eine Dynamik entwickeln, die weit reichende Wirkungen bis in Folge-Generationen hinein haben. Nachfahren binden ihre Lebensenergie an das Schicksal der Ahnen, oft mit schlimmen Folgen. Häufig werden unglückliche Beziehungen, beruflicher Misserfolg und persönliches Leid unbewusst angestrebt. Es kann zu physischen und psychischen Krankheiten kommen, sogar Todessehnsucht kann eine Folge sein.

Die von Bert Hellinger entwickelte Aufstelltechnik macht diese Dynamiken sichtbar und erlebbar. Und sie bietet wirksame Möglichkeiten, mit denen Verstrickungen in das Schicksal eines Ahnen nachhaltig gelöst werden können.

Die treibende Kraft hinter Verstrickungen und den teils schwer wiegenden Folgen ist eine tiefe unbewusste Liebe zur eigenen Sippe. Das offenbaren die umfassenden Erfahrungen aus der Familienaufstellung. Wird diese Liebe bewusst erlebt, kann sie eine heilende und befreiende Kraft entfalten. Auf diesen tiefen inneren Vollzug arbeitet jede Aufstellung hin.

Die Vorgehensweise

Eine Aufstellung wird immer mit einer klar definierten Fragestellung des Klienten vorgenommen. Der Klient setzt sein inneres Erleben der Familie in Bezug auf die Fragestellung in eine räumliche Aufstellung um. Dazu wählt er aus den anwesenden Teilnehmern Stellvertreter für jedes relevante Familienmitglied aus und stellt diese im Raum auf. Was darauf folgt ist am treffendsten zu umschreiben als ein Prozess, mit dem das innere Erleben des Klienten zu einem äußeren Kraftfeld wird, welches die darin wirkenden Strukturen mit großer Klarheit sichtbar und erlebbar werden lässt.

Die ersten wichtigen Hinweise auf eine vorliegende Verstrickung zeigen sich einem erfahrenen Aufstellungsleiter bereits daran, wie die Stellvertreter aufgestellt wurden. Weit erstaunlicher ist jedoch die Tatsache, dass sich die Stellvertreter in der Regel mit großer Präzision in das dargestellte Familienmitglied einfühlen können. Und Rückmeldungen zum Verständnis und vor allem zur Lösung des Problems liefern, die aus den vom Klienten gegebenen Informationen nicht abgeleitet werden können. So kommen häufig Familiengeheimnisse ans Licht, die sich im Nachhinein durch entsprechende Recherchen des Klienten als zutreffend erweisen, beispielsweise Informationen über untergeschobene Kinder, die mittels medizinischer Test verifiziert wurden.

Eine Aufstellung macht das Unbewusstse des Systems sichtbar. Auf diese Weise werden Zusammenhänge zwischen individuellen Problemen und unbewussten Verstrickungen mit dem Gesamtsystem der Familie erfahrbar und lösbar. Dieser Prozess geschieht häufig in emotional tief bewegenden Schritten, die nicht nur den Klienten berühren. Auch die zuschauenden Teilnehmer und die Stellvertreter können für sich selbst wertvolle lösende Erfahrungen mitnehmen.

Themen aus Beruf, Geschäft, Organisation, Verein o. Ä. lassen sich ebenfalls durch eine Aufstellung bearbeiten.


• Fragen zur Vorbereitung für das Familienstellen

• Feedback von Teilnehmern vergangener Wochenenden

Termine:

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