Der übende Mensch und sein Trainer

Fachartikel von Klaus Grochowiak

Ich habe schon an unterschiedlichen Stellen auf die Traditionslinien hingewiesen, die sich mit der Sorge des Menschen um sich selbst und seine Sorge um seine persönliche Entwicklung, beschäftigen. Es scheint mir angebracht diese Überlegungen zum übenden Menschen und seinem Trainer nochmals aufzunehmen. Dabei habe ich mich durch das neue Buch von Peter Sloterdijk: „Du musst dein Leben ändern”, inspirieren lassen.

Sloterdijk zeigt in seinem Buch, dass der Mensch den Mensch erzeugt und zwar durch sein Leben in Übungen. Und was machen wir in NLP-Kursen anderes als anderen dabei zu helfen sich in immer neuen Anläufen selbst zu endecken und sich neu zu entwerfen und zwar durch Übungen. In diesen Übungen wird das Implizite (Glaubenssätze, Submodalitäten, Strategien usw.) explizit gemacht. Und: „Je höher der Explikationsgrad, desto tiefer die mögliche, ja unumgängliche Befremdlichkeit des neu erworbenen Wissens.” Dies gilt sowohl für die Erkenntnisse bezüglich unseres subjektiven Erlebens, als auch für die Erkenntnisse der uns umgebenden materiellen Natur; man denke nur an die verstörenden Einsichten der Quantenmechanik.

Dabei ist die anthropologische Bedeutung dieser Beschäftigung als einer neuen Form der Anthropotechnik (Sloterdijk) selten im Blick. Es ist das Ziel dieses Nachworts diese Dimension angemessen in den Blick zu nehmen.

Immunologie

Alle Organismen müssen sich irgendwie, vor den, für ihre Art spezifischen Umweltrisiken, schützen. Ihr Immunsystem stellt sozusagen ein angeborenes „Wissen” und ein autotherapeutisches System für zu erwartende Verletzungen bereit.

Im Gegensatz zu allen anderen Organismen haben wir Menschen aber über unser biologisches Immunsystem hinaus noch ein zweites – die Sprache. Die Sprache ermöglicht es uns zusätzlich zur natürlichen Umwelt noch eine zweite Welt, die Welt der Bedeutungen, der Symbolsysteme, zu errichten. Diese Symbolsysteme schufen gleich am Anfang eine Überwelt, die Welt der Ahnen, der Geister und Götter und der übende Kontakt mit dieser Welt fungierte als ein psychologisches Immunsystem gegen die Angst vor dem Tod, vor der übermächtigen Gewalt der Natur und der Verzweiflung an den Lebensbedingungen. Die Vorstellung, durch Opfer, Rituale, Beten und ähnliche Aktivitäten sich mit Mächten gut zu stellen, die nur als symbolische Realitäten erfahrbar sind, ermöglichte es dem Menschen ein zweites Immunsystem gegen die Bedrohungen aufzubauen, die der Preis des Selbstbewusstseins sind. Neben diesen psycho-immunologischen Praktiken haben sich auch noch sozio-immunologische Praktiken wie z.B. die juristischen oder militärischen entwickelt, „mit denen Menschen in ‚Gesellschaft’ ihre Konfrontationen mit fern-fremden Aggressoren und benachbarten Beleidigern oder Schädigern abwickeln.”

Der Mensch in der Vertikalspannung

Die abendländische Kultur beginnt unter anderen mit der sokratischen Definition des Menschen als einem Wesen das potentiell „sich selbst überlegen” ist. Je nach Kultur bzw. Subkultur werden andere Leitdifferenzen für dieses sich selbst überlegen sein maßstäblich. In den asketischen Subkulturen geht es um die Differenz Vollkommen versus Unvollkommen, in den religiösen um Heilig versus Profan, bei den Adligen geht es um Vornehm versus Gemein, bei den militärischen Subkulturen geht es um die Differenz Tapfer versus Feige, in der Politik geht es um Mächtig versus Ohnmächtig, bei den Athleten geht es um Excellenz versus Mittelmaß, in den akademischen Subkulturen geht es um Bildung versus Unwissenheit und in den therapeutischen Subkulturen geht es um neurotisch versus durchtherapiert oder in seiner abgemilderten Form um bewusst versus unbewusst.

D.h. die typischen Teilnehmer von NLP-Kursen oder ähnlichen Veranstaltungen leben in dem Bewusstsein, dass sie aus ihrem Leben mehr machen könnten als sie es bis jetzt tun. Sie leben in einer speziellen Form von Vertikalspannung, die sich als Bedürfnis nach persönlicher Entwicklung bemerkbar macht.

Der asketische Mensch

Im klassischen Griechischen bedeutet áskesis schlicht „Übung” bzw. „Training”. Der asketische oder übende Mensch ist also der, der versucht, durch selbstbezügliches Üben zur Verbesserung seiner Selbst beizutragen. Das Grundgesetz aller anthropotechnischen Bemühungen besteht in der Einsicht, dass alle Handlungen und Bewegungen auf den Handelnden zurück wirken und ihn dadurch verändern. So wird jedes Üben zu einer Form des Sich-Formens. Dieses sich selbst formen ist immer auch als ein sich in Form bringen zu verstehen. Kurz: Selbstformung durch Übung.

Dazu wurden im Laufe der Jahrtausende die verschiedensten spirituellen, mentalen und körperliche Techniken, einschließlich verschiedenster Diätologien, entwickelt. Sloterdijk spricht in diesem Zusammenhang von „Anthropotechnik”.

Im christlichen, aber auch im hinduistischen und buddhistischen kulturellen Umfeld hat sich eine Art pathogogische Askese entwickelt, die „die kunstgerechte Sebstvergewaltigung einer Elite von Leidenden” zum Ideal des sich entwickelnden Menschen erklärte. Ein Echo dieser Epoche finden wir heute noch in verschiedenen Kreisen der Neo-Mystik.

Waren es am Anfang der hochkulturellen Epoche der Menschheit immer nur wenige, die sich den verschiedenen Formen der Askese unterzogen haben, so beobachten wir seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Art Massenbewegung in Richtung verschiedenster Formen der Selbstoptimierung. Es handelt sich dabei sowohl um die traditionellen spirituellen Sucher, als auch um die, die sich mit unterschiedlichsten Formen therapeutischer Techniken zu optimieren suchen, als auch um die Millionen Menschen, die etwas für ihre körperliche Fitness tun und z.B. noch im hohen Alter an Marathon-Rennen teilnehmen.

Allen diesen Aktivisten der Selbstoptimierung ist ganz unabhängig von den traditionellen Formen der Selbstvergewaltigung die triviale Weisheit aller Künstler, Sportler, Handwerker, Therapeuten usw. bewusst, dass ohne jahrelanges Training, ohne stundenlanges Üben Spitzenleistungen nicht zu erreichen sind. Und auch in den Kreisen der Kurzzeittherapeuten hat sich allmählich herumgesprochen, dass zwar die einzelne Intervention kurz sein kann, dass aber der Prozess der persönlichen Entwicklung eine never ending story darstellt. Und dieses Üben ist ohne einen Lehrer oder Trainer nicht erfolgreich zu bewerkstelligen. Wir können in diesem Zusammenhang auch von einer Entspiritualisierung der Askesen sprechen. D.h. die modernen übenden Menschen glauben, von einigen Subkulturen abgesehen, nicht mehr, dass die selbstvergewaltigenden Formen der Askese notwendig sind um sich einen Fensterplatz im Himmel zu erleiden, bzw. durch Abtötung des Körperlichen endlich den ersehnten Ausweg aus dem Rad der ewigen Wiedergeburt zu finden, sie üben, weil sie spüren, dass sie aus sich selbst und ihrem Leben mehr machen könnten, sie sind eher an einer Ästhetik der Existenz interessiert. Die neue Leitdifferenz, die sich immer deutlicher herauskristallisiert ist die zwischen denen, die etwas aus sich machen wollen und denen, die nichts oder wenig aus sich machen wollen. Sie sind die, die „der Versuchung durch Vollendung ebenso widerstehen, wie der Versuchung durch Trägheit.”

Diese Differenz wird den Teilnehmern einer NLP-Ausbildung mit jedem Wochenende immer deutlicher; sie berichten, dass die Begegnungen mit ihren alten Freunden und Bekannten immer weniger befriedigend ausfallen, da sie die alten stereotypen Kommunikationsformen und das wenig lösungsorientierte Lamentieren über immer die selben Probleme, nicht mehr ertragen können. Dies ist nach meiner Beobachtung nicht das Resultat sektenhafter Abkapslung, sondern einfach das Resultat einer wachsenden Differenz an Bewusstheit, die auf die Dauer nicht durch freundschaftliche Gefühle überbrückbar ist.

Der Trainer

Der Impuls mehr aus seinem eigenen Leben und sich selbst zu machen, ist am Anfang sicherlich noch vage und es ist nicht klar, wie genau man das Projekt angehen könnte. Dies führt dazu, dass viele Menschen aus dieser Gruppe alles Mögliche ausprobieren. Sie wechseln relativ zügig von einem Guru zum anderen, sie versuchen verschiedenste Ernährungsweisen, beschäftigen sich mit Astrologie, Energieheilung, positivem Denken, NLP, körpertherapeutischen Ansätzen, Yoga und vielen anderen Methoden sich selbst besser zu verstehen und autooperativ in das eigene Selbstsein einzugreifen.

Klar ist bei allen diesen Bemühungen, dass man jemanden braucht, der einem dabei mit seiner Expertise helfen kann. „Mein Trainer ist derjenige, der will, dass ich will – er verkörpert die Stimme, die mir sagen darf: Du musst dein Leben ändern.”

Er ist aber auch der, der mir implizit oder explizit verspricht, dass meine Hoffnung, dass die bevorstehenden Übungen und Einsichten, mich meinem Ziel näher bringen werden. Damit wiederholt sich eine alte Figur aus der Meister-Schüler-Beziehung auf niedriger Oktave. Das Versprechen ist nur in dem Maße glaubhaft, in dem der Trainer als lebendes Beispiel dieses Versprechens wahrgenommen werden kann. Im NLP sprechen wir in diesem Sinne von: walk your talk. Schaut man sich das Leben, namentlich das private vieler Trainer und Gurus aus der Nähe an, dann beschleicht den Beobachter doch der Verdacht, dass die jeweilige Methode vielleicht doch nicht ganz so mächtig und erfolgsversprechend ist, wie sie oft dargestellt wird. Damit wird die Kongruenz des Trainers von einer unhintergehbaren Ambivalenz infiziert. Ja, vieles ist möglich, aber das Leben stellt jeden von uns immer wieder neu vor Probleme, die uns an die Grenzen unserer Möglichkeiten bringen. Die Herausforderungen hören nicht auf und die Hoffnung auf ein Leben in einer Art Dauer-Core-State muss als kindliche Illusion aufgegeben werden. Der Trainer kann oder zumindest sollte er sich nicht in die Traditionslinie der angeblich Vollendeten stellen, die die Teilnehmer bestaunen und bewundern können, in der Hoffnung, dass ihn zu modellieren, ihm nachzueifern vielleicht auch sie irgendwann der Vollendung näher bringt. Keiner der heutigen Trainer kann oder wollte sich in die Traditionslinie eines Jesus stellen, der von sich sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.”

Es war schon immer das Leistungsversprechen von Scharlatanen, dass sie im Besitz des einen Mittels oder der einen Methode sind, die für alle Probleme, die Menschen überhaupt haben können, eine einfache Lösung ermöglicht. Wyatt Woodsmall spricht in diesem Zusammenhang gerne vom Maglomania-Pattern. Niemand soll hier das Recht auf freie Illusionsausübung versagt werden, es soll nur die Frage aufgeworfen werden, wie man sich als NLP-Trainer im Markt und wie man sich zu den Aposteln von Heilsversprechungen positioniert.

Der Trainer und seine Trainees

Seit zweieinhalb Jahrtausenden machen Lehrer die Erfahrung, dass es selbst bei hoher Begeisterung der Schüler für das Projekt der Überwindung des alten Adams, alles andere als leicht ist die bereits verkörperten Eigenschaften (Affekte und Gewohnheiten) und die dazu gehörigen bewussten und unbewussten Überzeugungen tatsächlich nachhaltig zu verändern.

Wir können auch sagen, dass die so Übenden sich freiwillig in eine Art dritte Sozialisationsphase begeben, in der es darum geht sich aus den familiären und kulturellen Konditionierungen zu befreien. Dadurch wird die Figur des „inneren Beobachters” aktiviert, der verhindert, dass das übende Subjekt sich in der Bewusstlosigkeit seiner täglichen Routinen verliert. Jede Begegnung, jeder innere Dialog, jeder erlebte Affekt kann und soll am Maßstab neuer Einsichten (Meta-Modell der Sprache, Position I,II,III, Submodalitäten usw.) auf seine potentiellen Limitierungen und sein Optimierungspotential hin wahrgenommen werden.

Der so aktivierte und sich selbst aktivierende Mensch wird zum eigenständig Denkenden, Fühlenden und Vorstellenden im Gegensatz zum Menschen, der nur denkt, was andere auch denken, der von seinen Gefühlen überwältigt wird und sich den unkontrollierten Assoziationen ausgeliefert fühlt. Im NLP stellen wir hier die Frage: Who drives the bus? Die Endeckung des unauslotbaren Kontinents des subjektiven Erlebens und die Spaltung in die äußere Welt der Tatsachen und die innere Welt der subjektiven Bedeutungen und ihrer erlebnismäßigen Folgen setzt einen „ungeheuren Überschuß an Selbstbezüglichkeit” frei. „Ist die äußere Welt erst einmal von mir abgetrennt und ferngerückt, bleibe ich alleine übrig und entdecke mich selbst als unendliche Aufgabe.”

Diese Aufgabe bedeutet als erstes, dass sich das übende Subjekt verdoppelt. Zu all seinen inneren Vollzügen tritt jetzt ein innerer Beobachter, der je nach Schule andere Kriterien anwendet um das subjektive Erleben zu beobachten und zu bewerten. Dieser innere Beobachter wird dann durch einen zweiten Beobachter, den Trainer ergänzt. Beide Beobachter ergeben mit den automatisierten Abläufen des subjektiven Erlebens zusammen die Triade des übenden Menschen.

In den meditativen Traditionen ist der innere Zeuge eher gehalten eine kontemplative Position bezüglich der aufsteigenden Eindrücke einzunehmen und jede Identifikation damit zu vermeiden. Im NLP und ähnlichen Techniken geht es eher darum die Struktur und Prozessualität dieses Stroms des Bewusstseins nach eigenen Kriterien neu zu programmieren.

In den so genannten spirituellen Traditionen ist es ebenfalls üblich zwischen dem Ego, einem kleinen und zu überwindenden Ich und dem höheren Selbst oder einer Form des Groß-Ich zu unterscheiden. Dabei ist das erklärte Übungsziel, dass das Klein-Ich früher oder später durch die jeweiligen Übungen untergehen soll und wird. Diejenigen, die diese Stufe angeblich schon erreicht haben sind dann die Erleuchteten bzw. Vollkommenen, denen es nachzueifern gilt. Dieses Nacheifern ist nur durch totale Hingabe an den jeweiligen Meister zu erreichen.

In den abgekühlten und abgeklärten Formen der autooperativen Arbeit am Selbst ist die Unterscheidung zwischen Zeugenbewusstsein und den automatisierten Abläufen des impliziten Bewusstseinsmodus erhalten geblieben, aber die Vorstellung, dass etwas „absterben” muss oder soll wird aufgegeben. Dementsprechend sind die Trainer hier weder Erleuchtete noch Vollendete, sie verfügen lediglich über ein spezielles Fachwissen und eine durch Übung erworbene Kompetenz Prozesse des impliziten Funktionsmodus explizit zu machen und operativ einzugreifen. Die neu designten Prozesse laufen dann wieder im impliziten Funktionsmodus ab. Diese Nüchternheit vermeidet übrigens eine spezielle Art der Bigotterie, wie sie in den Kulturen der Heiligen üblich ist. Der Heilige ist der, der nicht wissen darf, wie es um ihn steht, da dieses Wissen sofort als eine Form der Eitelkeit des kleinen Egos diffamiert werden würde. Anders der Mensch, der erfolgreich ein altes Programm, z.B. seine neurotische Eifersucht, erfolgreich verändert hat. Er darf sich über den Erfolg seiner autoplastischen Operation freuen und muss sie nicht in falscher Demut unerwähnt lassen. Anders als in den spirituellen Askesen ist allerdings das Ziel der Arbeit an sich selbst nicht so klar, wie in den spirituellen Traditionen. Wenn es nicht mehr um Erleuchtung oder Vollendung geht, dann können letztlich nur konkrete Ziele, wie z.B. Entmachtung limitierender Glaubenssätze, oder aber das vage Ziel „persönliche Entwicklung” angegeben werden. Die jeweiligen Inhalte dieses Entwicklungsprozesses ergeben sich dann jeweils aus dem Zusammenspiel von Lebensherausforderungen, den neu entstandenen Erlebnisweisen als Resultat des jeweiligen Standes der Arbeit an sich selbst, und den jeweils als erstrebenswert in Aussicht gestellten Idealen der Methode, mit der man sich gerade beschäftigt. Der so an sich arbeitende Mensch lebt also in einer entspiritualisierten, teleologischen Zeitstruktur. Sein Leben ist nicht nur ein Sein-zum-Tode (Heidegger), sondern immer auch noch ein Sein-zum-X. Was das jeweilige X konkret ist ändert an der latent teleologischen Struktur seines In-der-Welt-Seins nichts. Nicht nur das Sein-zur-Vollendung auch das Sein-zum-X wird zum machtvollsten „Biographigenerator”. Menschen dieses Typs sind immer auf irgendeinem Weg. Ob dieser ein explizites Ziel hat oder selbst das Ziel ist spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Begleiter (Trainer, Gurus usw.) auf dieser Wanderung durch das Leben sind natürlich selbst auch auf dem Weg, wenn sie nicht zu den schon Angekommenen gehören. Die, die so auf dem Weg sind, sind die durch ihre eigene Vertikalspannung Bewegten. Die so bewegten wollen seit alters her nichts mehr wissen von uneinholbaren und unnachahmlichen Vorzügen eines anderen, sie versammeln sich nur allzu gerne unter der Parole der beliebigen Modellierbarkeit von selbst den unwahrscheinlichsten Spitzenleistungen. Anders sind die Versprechungen der Heiligen und der Asketen aller Zeiten nicht zu verstehen, dass ihr System jeden, der sich redlich bemüht, zu den höchsten Gipfeln der menschlichen Unwahrscheinlichkeiten führen kann. So gesehen ist die „Vorannahme” des frühen NLP, dass jeder alles lernen kann, nur eine Wiederholung frühester Überspanntheiten und Paradoxien des übenden Menschen und seines Trainers. Mit der Entzauberung der Vollkommenheitspropaganda muss auch die Erreichbarkeitspropaganda auf ein realistisches Maß zurückgestuft werden, auch wenn das aus marketingtechnischen Gründen für einige eine bittere Pille sein mag. Das Ressentiment gegen „Begabung” war schon immer ein Wegbegleiter der Alles-Versprecher.

© 07.2009 Klaus Grochowiak

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